Heimarbeitsgesetz

Klassische Heimarbeit ist gesetzlich geregelt

Hier erfährst Du, was das Heimarbeitsgesetz regelt, für wen es gilt und was dabei zu beachten ist. Heimarbeit hat Vorteile für alle Beteiligten:

Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunden. Den Arbeitgebern erspart sie die Kosten für die Unterhaltung von Produktionsstätten bzw. Büroräumen.

Die Heimarbeiter sparen die Zeit und die Kosten für die tägliche Fahrt zur Arbeitsstelle. Da in Heimarbeit hergestellte Produkte preiswerter sind, profitieren letztendlich auch Kunden davon.

Was regelt das Heimarbeitsgesetz

Für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die in Heimarbeit beschäftigt sind, gelten verbindliche gesetzliche Bestimmungen. Verankert sind diese im so genannten Heimarbeitsgesetz (kurz HAG).

Schutz des Heimarbeiters

Im Fokus des Gesetzes steht vor allem der Schutz der Heimarbeiter. Dieser umfasst die Vergütungsformen (Stundenlohn, Stücklohn), die soziale Absicherung (Lohnfortzahlung bei Krankheit, Urlaubsvergütung) und den Arbeitsschutz.

Dieses Gesetz regelt auch die Formalitäten, die Arbeitgeber einhalten müssen, wenn sie Heimarbeit vergeben wollen. Dazu gehören vor allem die Anmeldung beim Gewerbeamt und ferner die genauen Angaben über die Entgelte der Heimarbeiter.

Für wen gilt das Heimarbeitergesetz

Das Heimarbeitergesetz betrifft Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen. Zu beachten sind dabei die im Gesetz exakt definierten Merkmale einer in Heimarbeit beschäftigten Person.

Grundsätzlich ist ein Arbeitnehmer dann ein Heimarbeiter, wenn er in der eigenen Wohnung arbeitet. Aber auch, wenn er seine berufliche Tätigkeit in einer von ihm selbst bestimmten Betriebsstätte ausübt.

Anmerkung: Ausgenommen von diesem Gesetz sind die sogenannten "selbständigen Heimarbeiten". Diese bilden den Schwerpunkt der auf besteheimarbeit.com vorgestellten Tätigkeiten. Wer beispielsweise selbständig Webseiten von zu Hause aus erstellt, für den greift dieses Gesetz nicht - denn man ist ja sein eigener Chef mit allen Vor- und Nachteilen.

Welche Rechte und Pflichten sind zu beachten

Dem Gesetz für Heimarbeit nach haben alle Heimarbeiter Rechte, die auf verbindlichen Tarifverträgen basieren. Diese enthalten Art und Höhe der Entlohnung, den Arbeitsschutz sowie Zusagen zu Sozialleistungen (Kündigungsschutz, Mutterschutz).

Ferner müssen Urlaubsgeld und Höhe und Dauer der Lohnfortzahlung bei Krankheit vertraglich festgehalten werden. Je nach der Beschäftigungsart sind zusätzliche Klausel zuzusagen, zum Beispiel der Vertrieb der hergestellten Produkte.

Die Arbeitgeber müssen den Heimarbeitnehmern die Tarifverträge, die Gesamtarbeitsverträge und Arbeitsordnungen schriftlich bekannt geben. Letztendlich müssen sie alle Vereinbarungen einhalten.

Arbeitgeber müssen Heimarbeitnehmer auf die Schutzvorschriften bei Verwendung von Arbeitsgeräten und Materialien aufmerksam machen. Dabei gibt es bestimmte Arbeiten, die in Heimarbeit nicht ausgeführt werden dürfen.

Auch die Abrechnung und die Mehraufwendungen müssen dem Gesetz für Heimarbeit entsprechen.

Ihrerseits haben die Heimarbeitnehmer ebenso ihre Pflichte den Arbeitgebern gegenüber. So müssen sie alle sie betreffenden Vereinbarungen ebenfalls schriftlich bestätigen und einzuhalten.

Wie sind "schwarze Schafe" zu erkennen

Falls Du eine Beschäftigung als Heimarbeiter suchst, musst Du die Seriosität der Anbieter prüfen. Zumal es darunter leider zu viele "schwarze Schafe" gibt. Zu erkennen sind diese an unzulässigen Klauseln, mit denen sie versuchen, das Heimarbeitsgesetz zu umgehen.



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