Tipps für Gewerbeanmeldung

by Anita
(Mannheim)

Hallo,

vielleicht kann ich hier auch noch ein bisschen was beisteuern :) Ich habe seit einiger Zeit mein eigenes Gewerbe angemeldet und bereits einiges an Papierkrieg hinter mir. Eventuell können euch meine Erfahrungen etwas helfen und ersparen euch ein wenig Zeit und Aufwand.

Zur Gewerbeanmeldung bin ich damals erst zum Finanzamt gegangen weil ich dachte, dass die eigentlich dafür zuständig wären. Dort wurde ich zum Ordnungsamt (örtliches Rathaus) geschickt, ein Gewerbe muss man nämlich da anmelden. Allerdings kostet die Anmeldung etwas, ich denke es waren so etwa 50 Euro. Danach bekommt man automatisch Unterlagen fürs Finanzamt zugeschickt, das ist der sogenannte "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung".

Als Kleingewerbe ist es geschickter, unter "Angaben zur Gewinnermittlung" "Einnahmenüberschussrechnung" anzugeben statt "Vermögensvergleich" (=Bilanz). Bei der Einnahmenüberschussrechnung muss man im Prinzip lediglich Umsatz und Spesen (Kosten) gegenüberstellen und so den Gewinn ermitteln. Bei der Bilanz ist das alles ein wenig komplizierter, man muss den Gewinn nämlich auf doppelte Art berechnen: einmal auf dieselbe Weise wie bei der Überschussrechnung, und noch einmal durch Gegenüberstellung von Inventar, offenstehenden Forderungen usw. Ganz schön kompliziert....

Sobald man diese ausgefüllt und abgegeben hat, schickt das Finanzamt einem eine Steuernummer und eine CD mit Software und Erklärungen für das Erstellen der Einkommensteuerung zu. Das mit der Einkommensteuer hat ein wenig Zeit, die muss frühestens ein Jahr nach der Gewerbeanmeldung abgegeben werden, man braucht also nichts zu überstürzen :)

Das Einzige, womit man sich ein wenig beeilen sollte wenn man schnell loslegen möchte, ist, die Unterlagen für das Finanzamt abzuschicken. Es dauert nämlich ein wenig, bis man die Steuernumemr zugeteilt bekommt, und manche Auftraggeber nehmen eine Rechung ohne Steuernummer nicht an. In ganz dringenden Fällen kann man dort auch anrufen und kurzfristig eine Steuernummer bekommen.

Ich hätte allerdings eine Frage: momentan habe ich eine Kundin, die eine Rechnung nicht bezahlen möchte. Hat jemand Erfahrung mit sowas, wie das mit Mahnungen läuft und so?

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Oct 21, 2008
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Mahnwesen
by: Verena

Hallo Anita,

das mit den Kunden die nicht zahlen möchten kenne ich, das ist echt ärgerlich. Wichtig ist allerdings, dass du bei solchen Kunden nicht locker lässt - denn darauf hoffen die meisten Nichtzahler - und dass du stets bestimmt, aber zugleich sachlich und freundlich bleibst.

Bevor du weitere Schritte unternimmst, solltest du dir über Folgendes Gedanken machen: handelt es sich hier um einen Kunden, mit dem du/für den du weiterhin arbeitest, oder durch den sich eventuell Folgeaufträge ergeben? Oder ist das ein einmaliger Auftrag gewesen, aus dem sich kein weiterer Kundenkontakt ergibt?

Bei Letzterem ist das weitere Vorgehen ganz einfach: Du schreibst deinem Kunden (auch Gläubiger genannt) zwei Mahnungen (gleichbedeutend mit Zahlungeserinnerungen) - falls auch darauf keine Reaktion erfolgt, kannst du einen gerichtlichen Mahnbescheid durchführen lassen. Sofern mit dem Kunden kein expliziter Zahlungstermin vereinbart wurde, kannst du 30 Tage nach Rechnungsdatum die erste Mahnung abschicken. Mahnungen sind genauso wie Rechnungen kaum an festgelegte Regeln gebunden. Wichtig ist, dass die Mahnung auch als solche gekennzeichnet ist (1. Mahnung/ 2. Mahnung als Betreff oder Überschrift). Gut bewährt haben sich Sätze wie „Leider konnten wir noch keine Zahlung der Rechnung vom xx.xx.xxxx auf unserem Konto verzeichnen. Bestimmt haben Sie die Zahlung lediglich übersehen. Bitten überweisen Sie den fälligen Betrag von xxx,xx Euro bis zum xx.xx.xxxx an folgendes Konto:“. Solche Sätze drücken auf bestimmte Weise den Zahlungsanspruch aus, ohne dass der Gläubiger sich hier bei angegriffen fühlt. Als Frist wird üblicherweise eine Woche gesetzt, danach kann die zweite Mahnung losgeschickt werden (zum sicheren Nachweis am besten als Einschreiben) und nach einer weiteren Woche wird der so genannte Mahnbescheid beim Amtsgericht deiner Stadt beantragt und durchgeführt.

Handelt es sich allerdings um einen Kunden mit dem du eventuell weiterhin zu tun hast empfiehlt es sich, zunächst zu versuchen ob sich das ganze auch im Guten regeln lässt: Du kannst ihm auch eine Mahnung schicken, allerdings mit „Zahlungserinnerung“ überschrieben – das klingt nicht so hart. Du kannst fragen ob etwas mit der Leistung oder der Ware nicht in Ordnung war und versuchen, das Ganze in einem persönlichen Gespräch zu regeln. Erst wenn alle Stricke reißen und du ganz sicher bist, dass du dein Geld nicht anders bekommst, würde ich zum gerichtlichen Mahnbescheid greifen.

Viel Erfolg!

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